Zum
10jährigen Bestehen der Horde „Halgadom“ erschien nun endlich
das neue Klangwerk „Wille : Tatkraft : Potential“. Es ist der
6. Tonträger der Gruppe sowie einer der kraftvollsten Schwarzmetallscheiben
von Halgadom. Aus diesem Grund führt die Organisation Sonnenritter im
Julmond 2009 a.y.p.s. ein Zwiegespräch mit Frank, dem Gründer der
Musikgruppe.
Guthyl Frank,
freut mich sehr, daß Du die Zeit für ein Gespräch gefunden
hast. Da dieses Zwiegespräch in mehren Heften erscheint, würde ich
Dich bitten, für die „Neuleser“ eine kleine Gruppenhistorie
abzugeben…
Sei mir gegrüßt! Halgadom wurde vor nun 10 Jahren, also 1999 gegründet.
Erschienen sind seit dem:
Halgadom
- Debut (1999)
Halgadom - Verdunkelung des Göttlichen (2002)
Halgadom - Sein und Werden (2004)
Halgadom/Frostkrieg - Ahnenland split EP (2004)
Halgadom - Sturmwoge (2006)
Halgadom - Heimstatt (2008)
Halgadom - Wille : Tatkraft : Potential (2009)
Das Texten
und Komponieren fällt in meinen Zuständigkeitsbereich. Die Besetzung
hat im Laufe der Jahre etwas variiert. Seit dem Sturmwoge Album steht sie
jedoch fest und in optimaler Konstellation. Unser Musikstil ist zweigeteilt.
Mal steht mir der Sinn nach ruhigem Neofolk, mal nach ordentlichem Metal.
Ich mag jedoch nicht so gerne den Beinamen „Horde“. Eine Horde
ist ein undisziplinierter Haufen von Rüpeln.
Gab es bei der Gründung von Halgadom ein bestimmtes Ziel, das
ihr erreichen wolltet, oder eine bestimmte Botschaft, die ihr mittels eurer
Musik verbreiten wollt?
Jeder der Texte schreibt hat eine Botschaft. Diese kann verschieden interpretiert
und verstanden werden. Den tieferen Sinn meiner Texte spiegelt eigentlich
das Stück „Werde der Du bist“ vom aktuellen Album am besten
wider. Sich selbst zu erkennen, auf sich selbst vertrauen, keinen falschen
Götzen nach rennen und sich nicht durch Schuld und Sühne versklaven
lassen. Dabei spielen Dinge wie Identität, Bewußtsein und ein nicht-universelles
und undogmatisches Gedankengebäude wie unser heidnisches Erbe eine große
Rolle. Meine Texte sind kein Imagegehabe oder eine „Show“ sondern
spiegeln meine Lebensphilosophie wider.
Ihr
seid musikalisch sehr vielseitig - vom akustisch wertvollen „Neo“
Folk bis hin zum kriegerischen Schwarzmetall habt Ihr eine große Spannweite.
Was fällt Euch leichter?
Was leichter fällt hängt von meinem Gemütszustand ab. Beim
Texten entscheide ich meistens schon im Vorfeld ob es ein Neofolk Stück
oder ein metallisches Lied werden wird. Wenn ich genug Texte zusammen habe
zieht es mich entweder zur Akustikklampfe oder zur E-Gitarre.
Leichter einzuspielen ist dagegen ganz klar Neofolk. Beim Neofolk ist die
Musik einfach entspannter und es geht mehr um Gefühl als um Technik oder
Geschwindigkeit wie beim Metal.
Ich
persönlich tendiere mehr zum „Metal“ (so lang es nicht in
eine Subkultur ausartet), da es mir rein emotional besser gefällt. Dennoch
wird er in manchen Kreisen als „unkulturell“ betrachtet. Wie gehst
Du mit dem Vorwurf der „Negermusik“ um?
Ich wußte gar nicht daß die E-Gitarre ein Neger erfunden hat.
Typische Negermusik besteht für mich aus einer oder mehreren lärmenden
Bongotrommeln, zu betrachten in manchen Fußgängerzonen oder Dokumentationen
über unangetastete Urwaldbewohner. Dann gibt es natürlich noch Jazz,
Blues, Rap und Hip Hop. Wenn ich meine Musik betrachte, und nur für die
kann ich sprechen, kann ich beim besten Willen keine Verwandtschaft zu oben
genannten Musikstilen feststellen.
Bei Musik, egal welche Stilrichtung, ist es entscheidend, ob die Musiker ihre
Instrumente beherrschen. Fehlt das Können, kann sich Metal durchaus nach
Ohrenkrebs verursachenden Dschungelkrach anhören. Eine volltrunkene Volksmusikkapelle,
die mit verstimmten Instrumenten versucht ein Volkslied zu spielen, klingt
sicherlich nicht besser. Deswegen aber Metal generell als Negermusik zu bezeichnen
halte ich für totalen Blödsinn. Ich würde gut gespielten Metal
sogar als moderner Form der klassischen Musik stellen. Was mehrstimmige Gitarren
mit interessanten Melodiebögen, mächtigen Trommeln und sauberer
Produktion erschaffen können ist grandios!
Das neue Album „Wille : Tatkraft : Potential“; eine Ode an den
faustischen Drang?
So kann man es auf den Punkt bringen. Es macht sich immer mehr das Gift der
Perspektivlosigkeit breit. Gerade bei den jungen Menschen finde ich es sehr
schade, wenn das Leben im Grunde schon vorbei ist, bevor es angefangen hat.
Dabei hat es jeder selbst in der Hand stupide zu vergammeln oder etwas aus
seinem Leben zu machen. Selbst der störende Umstand der Arbeitslosigkeit
kann genutzt werden um sich seiner Familie zu widmen, eine Familie zu gründen,
zu lesen, Sport zu treiben, Kunst zu schaffen, sich an sinnvollen Projekten
zu beteiligen oder selbst etwas auf die Beine zu stellen. Der Titel steht
dafür, alles aus sich raus zu holen was geht!
Was plant Halgadom für die Zukunft, warum möchtet Ihr keine Konzerte
geben und wie sieht der Sachverhalt nach dem Weltenbrand aus?
Konzerte spielen wir keine da ich mich dagegen sträube. Ich habe keine
Lust auf Proben, keine Lust auf weite Reisen, keine Lust auf Menschenmassen,
keine Lust auf der Bühne zu stehen. Um es mit Rammstein zu sagen: Ich
habe keine Lust!
Zukunftspläne gibt es noch keine. Wille : Tatkraft : Potential zu toppen wird schwer. Deswegen wird das kommende Album wieder etwas anders ausfallen müssen um interessant zu bleiben. Einen Abklatsch von diesem Album braucht niemand. Vielleicht widme ich mich auch erst einem ganz anderen Projekt. Mal sehen wonach mir der Sinn steht.
Wie der
Sachverhalt nach dem Weltenbrand aussieht? So genau kann ich das nicht sagen.
Staaten werden auseinanderbrechen und kleine Gruppen und Gemeinden von Gleichgesinnten
werden entstehen. Somit beginnen wir wieder bei Null und die Karten werden
neu gemischt. Umso wichtiger erscheint mir die Gründung einer eigenen
Familie. Die tollsten Ideen und Manifeste haben keinen Bestand, wenn niemand
da ist der sie umsetzt und mit Leben erfüllt.
Apropos Weltenbrand, auf der Heimseite von Halgadom ist unter anderem
zu lesen: „Da das Schwache und Kranke nun in Trümmern liegt, ist
es Zeit für die Wiederauferstehung der heidnischen Urgewalt. Diese Urgewalt
schlummert in jedem germanischen Menschen. Ob er will oder nicht! Der dichte
Schleier der Fäulnis wird verdrängt durch den gleißenden Schein
Germaniens. Auferstanden aus der Vergangenheit! Strahlend für die Ewigkeit!“
Glaubst Du noch an den Durchbruch, oder hat der Ethnomasochismus schon gänzlich
die Stimme des Blutes aus unseren Volksgenossen vertrieben?
Ehrlich gesagt interessieren mich die meisten meiner „Volksgenossen“
überhaupt nicht. Ich habe immer gerne diskutiert und mir andere Meinungen
angehört. Bei all der Dummheit, Ignoranz und demokratischer Verblendung
jedoch, die mir im Laufe meines Lebens entgegengeschlagen sind, halte ich
es für totale Zeitverschwendung irgendwen von etwas überzeugen zu
wollen. Dazu leben wir in einer Demokratie wo man es mit der Meinungsfreiheit
nicht so ernst nimmt. Demokratie ist Faschismus nur ohne Ästhetik. Ich
lebe mein Leben, kümmere mich um meine Familie und die, die es wert sind,
und mache meine Musik. Wenn ich jemanden damit ein Beispiel sein kann und
zur Nachahmung animiere, freut es mich.
Solange
die breite Masse an den Lippen der gleichgeschalteten Presse hängt, fleißig
fern sieht, sich konditionieren läßt anstatt den gesunden Menschenverstand
zu gebrauchen wird sich das Volk auch weiterhin mit Ängsten füttern
und gegeneinander ausspielen lassen.
Eine Neuordnung der Völker Europas unter der Berücksichtigung
und Erhaltung der indoeuropäischen Kultur – Pflicht oder Utopie?
Deine nächste Frage beginnt mit einem Zitat das eigentlich alles sagt.
Es ist lebensnotwendig seine Kultur zu erhalten, um nicht zum Abziehbild globaler
Konzerne zu verkommen. Gerade unsere Sprache, Mode und Geisteshaltung leidet
unter einer aggressiven Veramerikanisierung. Wie sich jedoch die (Neu-)Ordnung
der Völker Europas vollziehen wird, wird sich zeigen. Das Problem liegt
in der jetzt schon heterogenen Zusammensetzung der Bevölkerungen. Käme
es nicht zur „Einen Welt“ und würden die demokratischen Systeme
auf Grund eines Finanzkollapses weiterhin zusammen brechen, gäbe es viele
Großstädte, die sich selbst regieren würden. Im Grunde ist
es ja jetzt schon so. Es werden Bürgerkriege um die letzten Ressourcen
stattfinden. Um darauf vorbereitet zu sein, ist es wichtig jetzt schon Gemeinschaften
von Gleichgesinnten zu schaffen und Enklaven zu gründen. Also z.B. in
die Nähe von Freunden oder Familie ziehen. Dieses Szenario haben wir
ja in allen Staaten Europas. Erst nach diesem Chaos werden wir sehen, was
am Ende übrig bleibt um sich neu zu ordnen.
Rudolf John Gorsleben schrieb einst: „Wer nicht weiß,
woher er kommt, weiß auch nicht, wo er steht, noch weniger, wohin er
geht“. Auch machte er klar, daß kein Mensch um seine Herkunft
herum kommt sowie das man aus dieser Herkunft geistige Kraft und Nahrung holen
muß. Aus Euren Texten hört man deutlich Eure/Unsere germanisch-heidnische
Wurzelkraft, doch ist es heutzutage noch möglich diesen „Glauben“
zu leben und ist es klug, die eigenen Landsleute in Heiden, Christen, Atheisten
zu spalten?
Natürlich kann ich meinen heidnischen Glauben leben. Ich benötige
dafür ja keine Tempel oder ähnliches. Mein Heidentum ist eine Lebenseinstellung,
eine Philosophie, die ich durch mein Handeln und mein Tun auslebe. Dazu zählt
u.a. sich des genannte Zitates von Gorsleben bewußt zu werden. Identität
ist das Segel, das uns in stürmischen Zeiten die Richtung beibehalten
läßt.
Spalterei nützt immer dem der herrscht. So lange man mir kein Weltbild
aufzwingen will, spielt für mich die Religion eine untergeordnete Rolle.
Es kann durchaus einer gesunden Selbstkritik dienen, sich mit anderen Denkrichtungen
auseinandersetzt, ohne daß man sie gutheißen muß. Ich finde
beispielsweise im Buch „Der Gotteswahn“ von Richard Dawkins (er
ist Zoologe und könnte als Atheist durchgehen) interessante Denkansätze
die ich ohne zu zögern unterschreiben würde. Auf christlicher Seite
finde ich es erstaunlich, mit was für einer Opferbereitschaft sich die
einzelnen zumeist freikirchlichen Gemeinden einsetzen, um sich Gemeindehäuser
und somit Freiräume zu schaffen. Ich unterstütze keinesfalls den
egalitären christlichen Glauben, denke jedoch, daß wir uns zumindest
was das organisatorische angeht, eine Scheibe abschneiden können. Aber
um noch einmal auf Deine Frage zurückzukommen: Ich finde es unklug wenn
ein Volk, das vom Aussterben bedroht ist, sich durch derlei Spaltung untereinander
zusätzlich schwächt. Den sogenannten „Kampf gegen das Christentum“
finde ich aus heutiger Sicht sogar ziemlich lächerlich da sich die christliche
Kirche durch u.a. Mitgliederschwund selbst demontiert.
Zum Schluß des 16-seitigen A5 Buches in der Edelausgabe jener neuen
Lichtscheibe zitierst Du Friedrich Rückert (1788 - 1866 alias Freimund
Raimar), der auch folgendes schrieb: „Ich will! Die schönste Kron'
ist dieses, die mich schmückt! Der Freiheit Siegel, das mein Geist sich
aufgedrückt.“ Welcher Wille führt uns Deiner Meinung nach
zur Freiheit, welcher Weg ist der richtige in Anbetracht der vielen Lager?
Das ist eine gute Frage nach deren Antwort wohl viele suchen. Ein wichtiger
Punkt ist der häufig genannte „kleinste gemeinsame Nenner“
der viele Menschen verbindet. Vielleicht sollten sich die Menschen selbst
nicht so wichtig nehmen und für das Maß alles Dinge halten. In
meinem eigenen Bekanntenkreis gibt es Vertreter vieler verschiedener Denkrichtungen.
Mit all jenen komme ich gut aus, ohne meinen Standpunkt aufzugeben oder mir
einen anderen anzueignen. Selbst die Meinungen der Halgadom Musiker gehen
teilweise weit auseinender weswegen nicht jeder mit dem hier von mir geschriebenen
übereinstimmen würde.
Am Ende nun noch eine kleine „meinungsbildende Schnellfragerunde“;
Miguel Serrano?
Er sah in Hitler eine reinkarnierte Gottheit und begründete somit den
esoterischen Hitlerismus. Seine Schrift „Das goldene Band“ habe
ich auszugsweise gelesen und fand einige sehr inspirierende Stellen über
mythologische Themen darin.
Vril?
Geheimnisvolle, alles durdringende Kraft. U.U. vergleichbar mit dem Od (Odem/Hauch
Odins) der heidnischen Mythologie.
2012?
Viele sind der Meinung, daß uns Ende 2012 der Himmel auf den Kopf fällt,
da am 21.12. der Maya-Kalender endet. Andere glauben, daß zu dieser
Zeit das Bewußtsein der Menschen auf eine höhere Stufe wandert.
Ich tendiere zu letzerem. Nach Demokratie, Krisen und Kriege ist es mal wieder
Zeit für eine Blütezeit der Menschheit.
Ich bedanke mich recht herzlich für das aufschlußreiche Gespräch
und wünsche Dir und der Gruppe viel Erfolg, Schaffenskraft sowie Heil
im Kampf für die Zukunft. Die letzten Worte gehören Dir, in diesem
Sinne – Wotan in Uns!
Vielen Dank für das Interesse an Halgadom und daß ich hier Rede
und Antwort stehen durfte. Ich wünsche Dir und Deinen Projekten alles
Gute. Heil den Sonnenrittern!
Wer mehr über die Entstehung und Entwicklung der Künstler
erfahren möchte, kann sich auf der Heimseite WWW.HALGADOM.ORG informieren.