Heil Dir, Frank!
Zuallererst eine Frage zu meiner Beruhigung: Das Titelbild Eures neuen Albums
„Wille : Tatkraft : Potential“ erinnert doch schwer an Powermetal
a la Rhapsody of Fire oder Blind Guardian... Allerdings nehme ich doch mal
stark an, daß der erste Eindruck hier täuscht, oder?
Sei gegrüßt! Seltsamerweise meint das jeder, hahaha…. Man könnte unser neuestes Werk, zumindest optisch, wirklich für ein Album der Föhnfrisur- und Glamour-Fraktion der 80er halten. Doch dem ist natürlich nicht so. Der Hörer kann sich auf 10 Stücke in ordentlicher Halgadom-Manier freuen. Zwar wieder etwas anders als die Vorgänger, dennoch immer noch unverwechselbar Halgadom. Produktionstechnisch haben wir viel raus geholt, das Tempo angezogen und wieder mal unser Bestes gegeben!
Warum also die Abkehr von den hochwertig komponierten, eher mystisch-obskuren Bildern, die besonders bei „Heimstatt“ und „Verdunkelung des Göttlichen“ zur Interpretation in Bezug auf die Albentitel einluden?
In der Tat hebt sich diese
Tonträgergestaltung stark von den vorherigen Alben ab. Zum einen wollte
ich zum 10-jährigen Jubiläum mal etwas anderes probieren. Zum anderen
befand ich mich quasi an der Quelle, die gewünschten Gestaltungselemente
nach meinen Wünschen kombinieren und abstimmen zu lassen, so daß
Titel und Titelbild Eins ergeben. Diese (Künstler-)Quelle nennt sich
Feathor und ist für das Titelbild verantwortlich. Genauer gesagt ist
das Gesamtkunstwerk ein hochformatiges Bild, welches entsteht, wenn man Vorder-
und Rückseite des Digipaks aneinanderlegt.
Die Titelgestaltung geht dieses Mal direkter auf die Themen der einzelnen
Lieder ein. Der Drache, welcher im Titelstück als verborgene Kraft und
für das verdeckte Potential steht, trägt das Schild mit dem Halgadom
Logo bei seinem Flug um die Weltensäule. Im Hintergrund erstrahlt die
Schwarze Sonne in der Form, wie sie auf einem alten assyrischen Sonnentempel
gefunden wurde. Auf der Rückseite erblickt man durch das Mauerwerk den
Mitternachtsberg. Die Irminsul, welche einen DNA-Strang als Stamm besitzt,
wird mit einer Banderole geschmückt, die eine Textstelle aus dem Stück
„Mysterium des Blutes“ enthält.
Mystisch-obskur hätte ich diese Verbindung nicht erreichen können.
Es war ein, in meinen Augen, geglücktes Experiment. Künftig werde
ich die Gestaltungen jedoch wieder selbst in die Hand nehmen.
Nach dem krachigen „Sturmwoge“ und „Heimstatt“, das eher leisere Töne anschlug, bleibt ihr mit dem wiederum metallisch lauten neuen Album Eurer Tradition treu, abwechselnd Neofolk- und Pagan Metal-CDs herauszubringen. Dennoch hat gerade „Sturmwoge“ mit Liedern wie „Werdung“ bewiesen, daß sich beide Stile auch hervorragend kombinieren lassen. Wie soll es diesbezüglich weitergehen?
Die Kombination aus beidem sagt mir persönlich mehr zu. Auf dem aktuellen Album heißt das ruhige (und instrumentale) Stück „Sang der Nornen“, auf welchem Enrico von der italienischen Neofolk Band „Tears of Othila“ eine wunderbare mehrstimmige Geige beigesteuert hat. Es dient als Übergang zu „Werde der Du bist“, bei dem sich klare und deathmetalartiger Gesang zu einer dynamischen Einheit ergänzen. „Introductio“ klingt nach Ambiente und „Ginnungagap“ würde als Death Metalstück durchgehen, wohin gegen „Mysterium des Blutes“ ein typisches Halgadom Stück ist, wenn man es so nenne möchte. Es kommen somit auch auf „Wille : Tatkraft : Potential“ wieder einmal verschiedene Stile zum Einsatz, was die ganze Sache abwechslungsreich, kurzweilig und mehrschichtig gestaltet.
In der Werbemitteilung zum neuen Album war unter anderem auch vom „Mitternachtsberg“ die Rede, von dem aus der „Schlachtengesang“ erschallen soll, „um die Söhne des Nordens in die letzte Schlacht zu führen“. Nun ist der Mitternachtsberg ja ein in der heidnischen „Szene“ vielbemühtes Motiv, das als Ausdruck eines höheren Selbst auf bildsprachlicher Ebene mit dem Stein der Weisen oder Ultima Thule vergleichbar ist. Werden Halgadom auf der neuen Scheibe trotz metallischer Musikuntermalung philosophisch, oder wurde dieses Versatzstück nur aufgrund des erhabenen Klangs verwendet?
Während der Entstehungsphase
der Lieder kam ich mit Wilhelm Landigs Thule Trilogie in Berührung, die
ich als sehr inspirierend empfand. Laut Landig ist der Mitternachtsberg eine
Kraftquelle die dem Berg Sinai entgegen steht. Diese Kraftquelle wird geographisch
am Nordpol verortet. Die UNO z. B. hat den Nordpol auf ihrer Fahne abgebildet
um diesen Kraftquell zu besetzen und umzuleiten. Dazu in den Farben blau und
weiß, also den Landesfarben Israels, dem personifizierten Widersacher
des Nordens. Es ist bei dieser Thematik eine Menge Geheimwissen, Halbwahrheiten
und Mythologie am Werk, was gewissen Spielraum für eigene Interpretationen
offen läßt.
Philosophische Themen die nicht in direktem Bezug zur heidnischen Mythologie
stehen, fanden schon auf der „Sturmwoge“ (2006) Einzug. Selbst
davor z.B. bei dem Stück „Gott in uns“ (2004) auf der „Sein
und Werden“. Ich lege darauf Wert, daß meine Texte einen gewissen
Tiefgang aufweisen und nicht platt und phrasendreschend rüber kommen.
Nach allgemeinen Kritiken zu urteilen scheint mir dieser Anspruch an mich
selbst zu glücken.
„Wille : Tatkraft : Potential“ als Albumtitel klingt insgesamt sehr positivistisch und zukunftsgewandt. Folgt auf die vielen Gemahnungen an das Ahnenerbe auf Euren früheren Werken nun ein Aufruf an die heutige Jugend?
Zu diesem Thema habe ich einen kleinen Aufsatz verfaßt, der im Beiheft der limitierten Edelversion abgedruckt ist. Die Überschrift lautet „Das Prinzip von Sonne-Hag-All im musikalischen Schaffen Halgadoms (und die Bedeutung des Drachen als mythisches Wesen)“. Diesen möchte ich hier natürlich nicht all zu weit vorgreifen. Nur so viel sei gesagt, daß Halgadom immer an das Höhere im Menschen appelliert hat. Wenn man will, kann es als ein Aufruf an die Jugend sein, selbstbestimmt zu handeln und eine vitale Existenz zu führen. Also sein gegebenes Potential an Körper und Geist voll auszuschöpfen und nicht ungenutzt zu lassen. Oder um es mit einem Liedtitel des aktuellen Albums zu beschreiben: Werde der Du bist!
Derzeit werden das Volkstum an sich sowie seine Pflege immer und immer restriktiver behandelt. Selbsternannte „Enthüllungsjournalisten“ spähen Volkstanzgruppen aus, bündische Jugendorganisationen werden aufgrund mangelnder Linientreue unter fadenscheinigen Vorwänden verboten. Wie erklärst Du Dir diese Entwicklung? Läßt sich vielleicht ein allmähliches Wiedererstarken des Volksbewußtseins ausmachen, daß die hauptberuflichen Warner und Mahner unter Druck setzt?
Gerade in den westlichen
Demokratien werden Generationen von dummgehaltenen (also nicht von Natur aus
dumm) Konsumdrohnen herangezüchtet, die als Arbeitssklaven auf niedrigem
Niveau über den ganzen Globus verschifft werden können und mit Hilfe
von Spaß und Unterhaltung vom Nachdenken abgehalten werden sollen. Bei
der Erschaffung dieses nomadenartigen Weltmenschentums werden Faktoren wie
Identität und Heimatverbundenheit als störend empfunden. Deswegen
hetzt man lieber eine Hundertschaft Polizisten auf ein paar zeltende Familien
die Brauchtumspflege betreiben, zerreißt Stofftiere vor den Augen der
Kinder und präsentiert stolz ein Geschirrhandtuch mit einem mehrere tausend
Jahre altem Sonnensymbol und eine Landkarte aus den 30er Jahren auf denen
den Kinder Teile des alten Reichsgebietes gezeigt wurden, was uns als Bedrohung
der brd verkauft wird. Denn wir haben in diesem Land schließlich keine
anderen Probleme. Doch genau dieses Verhalten ist symptomatisch für den
herrschenden Zeitgeist mit seinen gräßlichen Götzen und Trugbildern
die uns in einer Scheinwelt gefangen halten wollen. Selbst die Verwendung
der Hagalrune im Halgadom Runenloge hat dazu geführt, daß ich einst
morgens unerwarteten Besuch bekam und Hemden mit eben diesem Logo beschlagnahmt
wurden. Dies nur am Rande…
Daß der Staat immer aggressiver vor geht kann zwei Gründe haben.
Zum einen wird der Zulauf identitärer Gruppen immer größer
(zumindest ist dieser Trend bei den hier lebenden Türken zu beobachten
wo der Staat selbstverständlich nicht von „rechtsradikalen Tendenzen“
spricht), was ich jetzt weder bestätigen noch verneinen kann, oder aber
man wähnt sich dem Endsieg so nahe, daß man ohne Rücksicht
auf Verluste alles auf eine Karte setzt. Ich befürchte ja schon fast
Letzteres, da die „Herren hinter den Vorhang“ mit dem EU Vertrag,
oder welchen Denknamen sie der neuen Eine-Welt-Verfassung geben, einen wichtigen
Schritt zum Erlangen ihrer Ziele getan haben. Wir wollen dennoch hoffnungsvoll
in die Zukunft blicken und es den Feinden der Freiheit nicht allzu einfach
machen. Denn überall regt sich Widerstand, wenn er auch von offiziellen
Organen totgeschwiegen wird.
Zu guter Letzt: Sicherlich habt Ihr schon neue Pläne in der Hinterhand. Möchtest Du schon vorab etwas darüber verraten?
Im Moment nimmt der Vertrieb des aktuellen Albums sehr viel Zeit in Anspruch, weswegen ich noch keine Gedanken an ein neues Album verloren habe. Ich bin in der glücklichen Lage mit Hilfe meines Sonnenkreuz-Vertriebes meine Musik selbst zu produzieren und zu vertreiben. Einerseits kostet es sehr viel Zeit und Energie, andererseits macht es auch Spaß und ich bin mein eigener Chef. Ob es auf dem kommenden Album in Richtung Neofolk, Metal oder eine Kombination aus beidem geht, kann ich daher leider nicht sagen. Lassen wir uns überraschen!
Vielen Dank für
das Gespräch!
Ich habe zu danken!